Inzwischen dürfte allen die inspirierende Re-Emanzipation der Blockflöte als farbiges, vielfältiges Instrument zur Kenntnis genommen haben. Eine der kreativen Vertreterinnen dieser neuen Generation lässt uns am Freitag, 30, Oktober um in der kulturfeilerei an ihren ebenso ausdrucksstark, an Überraschungen wie intelligenten Programmen teilhaben, zusammen mit ihre Kollegin am Cembalo. doch lassen wir sie nachfolgend gleich selbst weiteres zu ihrem Programm schreiben….
Silvia Berchtold, Blockflöten
Anna Kiskachi, Cembalo
Musikalische Formen befinden sich seit jeher unter dem transformativen Einfluss von kulturellem
Austausch – der sich manchmal kolonialistisch aufdrängt, oft aber auch durch freundschaftliche Bewunderung inspiriert ist. Die zugrundeliegende Frage, die uns in diesem Programm bewegt ist: Wie viel kann man von einer anderen Kultur annehmen, zum einen ohne sich selbst zu verlieren, zum anderen ohne die kulturelle Vielfalt zu einem Einheitsbrei zu verwaschen?
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Das wusste auch der Komponist Georg Muffat, der sich 1695 aber gerade nicht streiten wollte und propagierte, dass man wohl beides zugleich haben und genießen könne, den damaligen französischen Stil und den konkurrierenden italienischen Stil. Als Pionier des sogenannten vermischten Geschmacks dient er als Angelpunkt des Programms, auf der sich der Begriff des vermischten Geschmacks noch etwas weiter ausdehnt. Indische Barockmusik trifft auf Ravi Shankar (der nachhaltig die Beatles beeinflusst hat) und der als einer der ersten Inder gilt, der klassische indische Musik nach Europa gebracht hat. Südamerikanischer Barock trifft auf Astor
Piazzolla, der den argentinischen Tango in Europa bekannt machte. Und zwischen diesen
Polen versprüht die feurige, aufbrecherische Musik des Frühbarock eines Marini ihre
Abenteuerlust, wie sie irgendwo in Europa zwischen Indien und Südamerika geklungen hat.
Die Blockflöte zeigt sich heute als farbiges, vielseitiges und ausdrucksstarkes Instrument: Am Freitag, 30. Oktober, präsentieren Silvia Berchtold (Blockflöten) und Anna Kiskachi (Cembalo) in der Kulturfeilerei ein überraschendes Programm rund um den «vermischten Geschmack». Von Muffat und Marini über indische Barockmusik und Ravi Shankar bis zu südamerikanischem Barock und Astor Piazzolla erkunden sie, wie kultureller Austausch musikalische Formen verwandelt.
Konzertbeginn; 19.30 Uhr; Essen, Bar und Tageskasse ab 18.00 Uhr
Eine Ticketreservation ist empfohlen auf
Eintritts-Richtpreis: CHF 30 – Bezahlung vor Ort in Bar oder per TWINT
Wir verpflichten uns, faire Gagen und Löhne an alle Mitarbeitenden und Kunstschaffenden auszuzahlen. Als Verein ohne feste Förderung sind wir dafür auch auf Einnahmen angewiesen. Gleichzeitig möchten wir unsere Veranstaltungen für alle Menschen zugänglich machen. Unsere Eintrittspreise sind daher gestaffelt.
Staffelung: ../20//25/30/35/..


